Panorama di Meta da Piano di Sorrento

Auf den Spuren der Geschichte

Vom Klima und einer üppigen Natur verwöhnt, liegt Meta malerisch auf der Terassenlandschaft, die sanft von den Bergen des Hinterlandes zum blauen Meer abfällt. Zahlreiche Zeugnisse aus den Tagen der Römer und Griechen weisen auf eine fast dreitausendjährige Geschichte hin. Tatsächlich leitet sich der Name des Strandes Alimuri vom griechischen Wort ab, das "lautes Rauschen" bedeutet, und auf die einst so zahlreich vorhandenen Sturzbäche hinweist, die von den Bergen ins Meer rauschten. Alimuri war einer der fünf griechischen Siedlungen auf der Halbinsel von Sorrent. Die Siedler aus Hellas schätzen diesen zauberhaften Ort sicher nicht nur wegen des Handels, vielmehr lernten sie ihn auch lieben wegen der einmaligen landschaftlichen Schönheit. Sie waren die Herren der Gegend zwischen dem 8. und 2. Jh. v.Chr. Nicht nur in Meta, Piano und Sorrent, sondern in mehreren anderen Orten der Halbinsel hat die Nachwelt Zeugnisse ihrer Kultur ans Licht gebracht, von denen das Museo Correale in Sorrent und das Museum der Villa Fondi in Piano eine schöne Auswahl zeigt. In Meta selbst kamen bei der Kirche unserer Lieben Frau zum Lorbeer (S. Maria del Lauro) viele Spuren der griechischen und einheimischen Bevölkerung zum Vorschein.

Die frühe Geschichte

Auch der Anbau der Weinrebe und des Oliven-baumes auf den herrlichen Terrassen anlagen sind ein Erbe der Griechen und Römer. Aus der Sprache der Römer stammt auch der Name der Stadt Meta. Die Herren aus Rom bauten in alle Richtungen ihres Imperiums Straßen, die sie mit Poststationen, Rasthöfen und Meilensteinen ausstatteten. Einer dieser Meilensteine, die lateinisch "miliarium" hießen und die Aufgabe hatten, die Entfernung zum Nabel der Welt in Rom anzuzeigen, stand in Meta. Dieser Stein war der Treffpunkt der Reisenden, die die Halbinsel von Sorrent zum Ziel hatten. "Ziel" heißt auf lateinisch "Meta". Nach dem Untergang des Imperiums zogen die Horden der Goten und Langobarden durch diese Gegend, wobei Byzanz, der östliche Teil des Reiches, nie seinen Anspruch auf Italien aufgab und versuchte, diese Barbaren von der Apenninhalbinsel fernzuhalten. Doch es sollte bald eine weit schlimmere Gefahr drohen: erfüllt von der Lehre des Propheten überfielen die Muselmanen vom 7. Jh. an immer wieder unsere Küsten. Man bezeichnete diese Piraten als Sarazenen. Es kam jetzt darauf an, ihre Überfälle, die man mit dem arabischen Wort "raz-zia" bezeichnete, rechtzeitig zu entdecken. Zu diesem Zweck entstanden die "Sarazenentiirme", die heute noch die Küsten von Sorrent und Amalfi säumen. Im 10. Jh. enstand das Heiligtum unserer Lieben Frau zum Lorbeer (S. Maria del Lauro). In dieser Zeit entstanden auch die Gehöfte, die aber meist auf römische Villen zurückgehen, tatsächlich findet man in ihren Namen oft lateinische Wörter, wie "fundus" = Gut, "pagus" = Gemarkung oder "vicus" = Dorf Sie entstanden entlang der Straße und waren der Mittelpunkt landwirtschaftlicher Betriebe; man nennt sie hier "casali". t.

Meta im 17. und 18. Jahrhundert

Schaut die alten Paläste mit den geräumigen Höfen und Wandelgängen, in denen man die Segel geflickt und aufgehängt hat…

 

Es war in diesen beiden Jahrhunderten, als das Städtchen durch zahlreiche Kirchen und Privathäuser ein neues Antlitz erhielt, wobei man beim Bau der neuen Gebäude auf das überkommene Bild der Stadt Rücksicht nahm. Gleichzeitig wurden der Anbau der Zitrusfrüchte in den Gärten der Stadt und auf den Terrassen der Hügel verstärkt. Man hatte nämlich, festgestellt, daß die Vitamine dieser Früchte die Seeleute vor den schlimmen Folgen des Skorbuts bewahrten. Die besten Kunden waren die Engländer, deren Seeleute noch heute mit den Spottnamen "limies" bezeichnet werden, da sie gezwungen waren, täglich die Limonen zu essen. Aus dieser Zeit stammt das historische Zentrum von Meta und die Ortsteile von Casa Starita, Pontevecchio und Alberi, architektonische und künstlischere Esembles, auf die wir in Meta besonders stolz sind. Der Reichtum, der diese Gebäude erstehen ließ, stammte vom Schiffsbau und der Seefahrt, in denen zahlreiche Familien Metas eine Bekanntheit erreichten, die weit über die Stadtgranzen hinausging.

Meta und das Meer

Unter dem spanischen Vizekönig Karl von Bourbon erfuhr der Seehandel und Schiffsbau im Königreich Neapel eine besondere Förderung, die auch den Familien von Meta zugute kam. In der Folge entwickelten sich zahl-reiche Gewerbe und Handwerke, die alle mit der Seefahrt zu tun hatten. Einige Leute behaupten, daß der gesamte Femhandel Neapels, der sich vor allem mit Frankreich, Britannien und Holland abspielte und über die Straße von Gibraltar lief, in den Händen der tüchtigen Seeleute von Meta lag. Vor allem den Holländern und Engländern trachtete man nachzueifern, gaben diese Völker doch ein schönes Beispiel dafür, wie man das Meer zum eigenen Gewinn und Wohlstand nutzen konnte. Die Idee hinter der Förderung des Seehandels war es, die Abhängigkeit von den Endländern zu verringern und so ergriff König Karl eine Reihe konkreter Maßnahmen.

Dazu gehörten finanzielle Zuwendungen für Reeder, die Modernisierung der Häfen und sogar eine Prüfungsordnung für die Kapitäne und Lotsen der Handels-flotte.

Ferner führte er eine Art "Technischer Überwachungsverein" für sämtliche Seefahrzeuge ein. Zur Ausrüstung jedes Schiffes mußten vier Kanonen gehören, deren Kaliber genau vorgeschrieben war, denn die Meere wimmelten damals von Seeräubern. Zog die Mannschaft trotzdem einmal den Kürzeren gegen diese Halunken und gab das Schiff auf, mußte sie sich anschließend vor einem Tribunal verantworten. Da die Kapitäne nur zu gern ihre Schiffe überluden, um einen guten Schnitt zumachen, wurde die maximale Ladekapazität genau festgelegt, denn im Falle von Seenot mußte oft ein großer Teil der Ladung über Bord geworfen werden.

Zu den Maßnahmen des Königs gehörte das Führen eine Bordtagesbuchs, in dem die Fahrtroute und alle Vorkommnisse festgehalten wurden. Die königliche Behörde regelte auch das Arbeitsverhältnis zwischen Schiffseigner und Mannschaft, die je nach Größe des Schiffes zwischen 10 und 22 Mann umfaßte. So durfte der Kapitän nie einen Matrosen während der Fahrt entlassen, dieser wiederum durfte während der Dauer des Vertrages nie das Schiff verlassen. Auf seine Kosten unterhielt der König zwei Kriegsschiffe, die auf den Hauptstrecken der eigenen Handelsschiffe nach Piraten Ausschau hielten. Oftmals gelang es auch, Piraten dingfest zu machen, wie den berüchtigten Francesco Cafiero, der von englischen Häfen aus operierte.

    In dieser Tradition stehen auch die beiden Seefahrtsschulen, die 1784 in Meta und Piano gegründet wurden und die jeweils fünf Klassen umfassen. 1790 wurde auch in der Ortschaft Alberi eine solche Schule gegründet. Zur Ausbildung gehörten Sport, Schwimmen, Nautik, Segelkunde, Wetterkunde, Recht und auch die Beherrschung der Sprachen Englisch und Französisch. Der Aufbau eines Schiffes war ebenso Teil des Stundenplans wie der Gebrauch der Axt, der Säge, des Hobels und anderer Werkzeuge des Schiffszimmermanns. Nach dieser sechsjährigen theoretischen Ausbildung wurde man als zweiter Steuermann auf einem Kriegsschiff eingesetzt. Nach drei Fahrten hatte man das Patent zum Ersten Steuermann auf einem Handelsschiff.

Die Werften von Alimuri

Die Werften, die schon im 13. Jahrhundert bestanden, beschäftigten in der Mitte des letzten Jahrhunderts ca. 240 Arbeiter, die in 8 Docks arbeiteten. Wir kennen über 256 Schiffe, die dort gebaut wurden. Der Betrieb eines Schiffes erfolgte damals noch im Familienverband. Der Reeder selbst war meistens auch der Kapitän und die Mannschaft bestand aus Mitgliedern der näheren und weiteren Verwandtschaft. Diese Schiffe befuhren nicht nur das Mittelmeer, sie wagten sich auf alle Meere bis in die Nord- und Ostsee, nach China, Australien und in die Neue Welt. Im Gefolge dieser Aktivitäten entstanden in Meta Handwerksbetriebe, die sich auf die Herstellung von Schiffsarmaturen, Transportbehältern, Segeltuch, Seilen, nautischen Instrumenten und all jenen Dingen spezialisierten, die nun einmal zur Seefahrt gehörten.

Die Häuser der Kapitäne

Dem Besucher von Meta fällt sofort auf, daß diese Stadt anders ist als andere Städte, die er vielleicht schon in Italien besucht hat. Dies liegt an den schönen und aufwendigen Privathäusern, die einst im Besitz erfolgreicher Reeder und Kapitäne waren. Sie alle entstanden zwischen der zweiten Hälfte des 18. und dem Ende des 19. Jhs. Man nennt sie italienisch "casina". Typisch für diese Häuser sind reich verzierte Portale aus dem dunkelgrauen Vesuv stein mit einem nicht minder aufwendig gestalteten Holztüren. Diese Portale heben sich eindrucksvoll von der weißen Wand der Häuser ab. Die meisten Häuser besitzen nur ein weiteres Stockwerke, dessen schmiedeeiserner Balkon über die kleine Straße ragt. Stolze Vertreter dieser Seefahrerfamilien sind in Meta die Familien Astarita, Cafiero, Castellano, Lauro, Maresca, d'Esposito, Longobardo, Pollio, Romano, Russo und Starita.

Das Haus der Kapitäne

Es gibt auf der Halbinsel eine Gesel- lschaft (Associazione Marittima Sorrentina), die ca. 100 Jahre alt ist und die in der Casina dei Capitani ihren Sitz hat. Sie hat folgende Ziele:

  1. Die materielle und moralische Lage des Mitgliedes zu bessern;
  2. Beistand bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit;
  3. Beistand bei Schäden infolge Schiffsbruch und anderer Unglücksfälle;
  4. Beistand für die Familie im Falle des Ablebens des Mitgliedes.

Pro Loco Meta
“Terra delle Sirene”

Via Flavio Gioia, 1 - Meta - (Na)

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